Schön oder Schwierig: Häuser natürlich bauen mit Blähton

Vor eine Blähton Wand wird ein Farbfächer gehalten.Quelle: Fotolia.deGerd)

Blähton als Baumaterial hat einige Vorteile – er ist sehr leicht, speichert Wärme und dämmt zugleich, ist witterungsbeständig und hat sehr gute Schallschutz-Eigenschaften. Aufgrund dieser positiven Aspekte gegenüber anderen Baumaterialien macht das Bauen mit Blähton bei Häusern besonders Sinn und setzt sich auch immer weiter durch. Was Sie dabei allerdings beachten müssen, erklären wir hier.

Haus bauen mit Blähton – eine stabile Angelegenheit

Wer ein Haus aus Blähton baut, profitiert von seinen (schon genannten) positiven Eigenschaften. Doch die Frage, die sich viele Bauherren stellen, ist die der Stabilität. Der Ton wird bei unglaublich heißen Temperaturen aufgebläht, sodass kleine Luftbläschen entstehen – bei großer Last klingt das irgendwie gefährlich, oder?

Seien Sie an dieser Stelle beruhigt – Blähton ist mindestens genauso stabil wie andere Baumaterialien. Mit einem höheren Bindemittel-Anteil wird die Tragfähigkeit von Blähton zusätzlich gesteigert, damit er problemlos auch für tragende Innenwände eingesetzt werden kann.

Auch Außenwände können sehr gut aus Blähton hergestellt werden. Diese weisen eine verstärkte wärmedämmende Eigenschaft auf – und gerade das ist es doch, was sich die meisten Hausbewohner wünschen: Eine kühl bleibende Wohnung im Sommer und im Winter warme Heizungsluft, die nicht nach draußen entfleucht.

Fertighäuser aus Blähton?

Dank seiner Leichtigkeit lassen sich Blähton-Wände auch perfekt für Fertighäuser verwenden. Die zuvor bereits in Produktionshallen gefertigten Wände können dann ganz unproblematisch transportiert und vor Ort zusammengesetzt werden.

Die Blähton-Wand

Doch der Bau an sich ist nur die eine Sache. Im nächsten Schritt müssen die Wände schließlich auch schön gemacht werden – das heißt tapezieren, streichen oder fliesen. Gerade Blähtonfertigwände müssen nicht mehr verputzt werden, da sonst einige ihrer positiven Eigenschaften verloren gehen würden. Blähton-Wände können aber auch ähnlich wie Ziegel im Mauerwerksbau erstellt werden, welche dann ganz normal verputzt werden.

So oder so gibt es aber einige Sachen zu beachten. Diese stellen wir Ihnen hier kurz vor. Haben Sie aber noch weitere Frage, wenden Sie sich am besten an die Experten, denn sie wissen am ehesten, was Sie bei Ihrer spezifischen Wand berücksichtigen sollten.

Zuerst: Blähton reinigen

Bevor es mit dem Verschönern des Blähtons losgehen kann, muss dieser gründlich gereinigt werden. Um lose Partikel und Baustaub zu entfernen, wird die Oberfläche gründlich abgebürstet oder mit Druckluft gereinigt.

Auch wer die Wand im industriellen Stil – völlig unbehandelt, abgesehen von der Grundierung – lassen möchte, sollte sie regelmäßig abbürsten. Alternativ kann auch der Staubsauger für unebene Stellen hergenommen werden.

Blähton streichen

Blähton ist nach dem Verspachteln und Schleifen schon malerfertig. In manchen Häusern mögen die leichten Unebenheiten, die hier zurückbleiben, ihren eigenen, rustikalen Charme haben. Dann können die Wände gleich grundiert und im Anschluss gestrichen werden. Andere wollen allerdings eher glatte Innenwände. Dazu werden die Unebenheiten einfach mit Porenfüller aufgefüllt.

Wer unbedingt aalglatte Wände wünscht, der kann auch immer noch zum Putz greifen. Dabei sollte die Wand dann vorm eigentlichen Anstrich ordentlich geschliffen und grundiert werden.

Oder doch lieber tapezieren

Blähton tapezieren ist noch einfacher, denn hier müssen die Wände ausschließlich mit einer Makulatur grundiert werden. Die leichten Unebenheiten, die zurückbleiben, werden dann durch die Tapete überdeckt, welche wie gewohnt mit normalem Tapetenkleister und der üblichen Nachbehandlung angebracht werden kann.

Wie wär’s mit Fliesen?

Beim Fliesen auf Blähton müssen einige Punkte beachtet werden, damit kritische Spannungen zwischen Fliese und Untergrund vermieden werden können. Dabei ist es zuallererst entscheidend, welchen Kräften die Konstruktion ausgesetzt wird – Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen gerade im Badbereich können zu gefährlichen Bewegungen im Untergrund führen.

Gut ausgetrockneter Untergrund

Damit die Fliesen stabil auf dem Blähton haften, muss der Untergrund trocken und sauber sein. Das heißt, dass er gleichmäßig hellgrau und ohne feuchte Stellen sowie frei von Staub und Schalöl ist. Erst wenn der Tiefengrund aufgetragen und getrocknet ist, kann es weitergehen.

Fliesen – wie immer

Wie auch bei jedem anderen Untergrund sollte die Raumtemperatur beim Fliesen mindestens +6°C betragen. Die Fliesen selbst müssen außerdem, wie die Wand auch, an der anzuklebenden Seite staubfrei sein.

Fliesenmörtel – das ist zu beachten

Bei dem Anbringen von Fliesen auf Blähton sollte nach Möglichkeit spezieller Fliesenkleber bzw. -mörtel verwendet werden. Er sollte über eine besonders hohe Elastizität und Verschiebungsfestigkeit verfügen.

Bauen mit Blähton – schwierig oder schön?

Blähton als Baustoff zu verwenden ist also nicht weiter unüblich oder gar problematisch. Es müssen auch keine großen Änderungen im normalen Bau-Ablauf eingeplant werden, da sich die Blähton-Wände ganz brav wie normale Wände verhalten. Streichen, Tapezieren und Fliesen sind kein Problem, sodass Sie auf nichts verzichten müssen!

Quellen

www.grundhaus.com/blahton-bauweise/
www.grundhaus.com/…/ausbauhaus-blaehton-massiv/
www.tinglev-elementfabrik.de/…/Hinweise_zur_Behandlung_von_Beton-_und_Blaehtonwaenden_02.pdf